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OGTT: Der Zuckerbelastungstest

Diabetes oder nicht? Treten erhöhte Nüchternwerte auf oder hat ein Patient Übergewicht, kann ein Zuckerbelastungstest Klarheit schaffen
aktualisiert am 30.03.2017

Beim OGGT trinkt der Patient eine standardisierte Zuckerlösung. Davor und danach erfolgen Messungen des Blutzuckerspiegels

W&B/Dr. Ulrike Möhle

Kurz gesagt:

Der orale Glukosetoleranztest (OGTT) zeigt, wie stark und wie lange der Blutzucker nach Trinken einer definierten Zuckerlösung steigt. Der Test hilft, Menschen mit erhöhter Gefährdung für Typ-2-Diabetes oder manifestem Typ-2-Diabetes zu erkennen.

Was heißt "OGTT"?

Traubenzucker, der vom Darm ins Blut gelangt, wird mithilfe des Hormons Insulin in die Körperzellen geschleust. Dies verhindert ein starkes Ansteigen der Blutzuckerwerte. Der "orale Glukosetoleranztest" (OGTT oder Zuckerbelastungstest) zeigt, ob dieser Mechanismus gestört ist.

Wie funktioniert der Test?

Gewöhnlich trinkt der Patient, nachdem er vorher circa zehn Stunden keine Nahrung zu sich genommen hat, 250 ml Wasser mit 75 Gramm Traubenzucker. Vor dem Trinken der Zuckerlösung sowie nach ein und zwei Stunden nimmt der Arzt Venenblut ab und bestimmt den Blutzucker im Plasma. Sowohl ein erhöhter Nüchternwert (ab 126 mg/dl bzw. 7,0 mmol/l) als auch ein erhöhter 2-Stunden-Wert (über 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l) sprechen für das Vorliegen eines Diabetes. Wird Kapillarblut aus der Fingerbeere verwendet, gelten andere Grenzwerte.

Wann ist der Test sinnvoll?

Der Blutzucker-Belastungstest wird beispielsweise dann durchgeführt, wenn trotz normaler Nüchtern-Blutzuckerwerte ein Verdacht auf Typ-2-Diabetes besteht – zum Beispiel wenn ein Patient übergewichtig ist und in seiner Familie gehäuft Diabetes vorkommt oder wenn der Nüchternwert grenzwertig erhöht ist (zwischen 100 und 125 mg/dl bzw. 5,6 und 6,9 mmol/l). Als allgemeiner Diabetes-Suchtest wird der OGTT nicht empfohlen. Er ist insbesondere für Grenzfälle geeignet, um im Rahmen vorbeugender Maßnahmen den Ausbruch (die Manifestation) eines Diabetes zu verhindern. Wenn die übrigen Werte einen Diabetes eindeutig nachweisen, ist der Test nicht sinnvoll.

Um einen Diabetes in der Schwangerschaft (Gestationsdiabetes) rechtzeitig zu entdecken, nimmt der Arzt zunächst einen vereinfachten Suchtest vor, der nach einem ähnlichen Prinzip abläuft wie der OGTT: Die werdende Mutter trinkt 50 g Glukose gelöst in 200 ml Wasser. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie vorher etwas gegessen hat. Liegen eine Stunde später auffällige Werte vor, erfolgt in der Regel zur Bestätigung ein OGTT.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle
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