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Proteinurie: Eiweiße im Urin

Von einer Proteinurie spricht man, wenn Eiweiße (Proteine) im Urin nachgewiesen werden
aktualisiert am 30.03.2017

Befindet sich viel Eiweiß im Urin, kann der Urin verstärkt schäumen. Ein Teststreifen dient als Schnelltest

W&B/Bert Bostelmann

Kurz gesagt:

Der Nachweis von Eiweißstoffen im Urin hilft dabei, einen Nierenschaden zum Beispiel durch Diabetes im Frühstadium zu erkennen. Der Test wird bei Diabetes daher einmal jährlich empfohlen. In den Nierenkörperchen werden harnpflichtige Stoffe und Flüssigkeit aus dem Blut in den Urin abgefiltert. Kleine Eiweiße können in den Harn gelangen, größere erst bei einer Schädigung der Membranen.

Was heißt Proteinurie?

Von einer Proteinurie spricht man, wenn Eiweiß (Protein) im Urin nachgewiesen wird. Der Urin wird in den Nierenkörperchen, von denen in jeder Nierenrinde etwa eine Million sitzen, aus dem Blut abgefiltert. Normalerweise gelangen nur kleinste Eiweißteilchen in den Urin (vor allem Albumin). Bei einem Nierenschaden finden sich mehr und größere Eiweiße im Urin.

Wie wird die Proteinurie gemessen?

Die Eiweißausscheidung lässt sich mit Teststreifen messen, die in den Urin getaucht werden. Für den Nachweis kleiner Eiweißmengen (20 bis 200 mg/l) sind empfindich messende Teststreifen nötig. Ist der Test positiv, wird zur Kontrolle eine Untersuchung des Urins im Labor empfohlen. Damit kann zwischen einer Mikroalbuminurie (20 bis 200 mg/l) und Makroalbuminurie (über 200 mg/l) unterschieden werden.

Warum wird Eiweiß im Urin gemessen?

Die Untersuchung des Urins auf Eiweißstoffe dient vor allem der Früherkennung von Nierenschäden, zum Beispiel infolge eines Diabetes. Sie wird bei Diabetes mindestens einmal jährlich empfohlen.

Ein diabetischer Nierenschaden ist anzunehmen, wenn zwei Tests im Abstand von zwei bis vier Wochen eine Eiweißkonzentration über 20 mg/l ergeben. Allerdings können auch andere Gründe die Eiweißausscheidung vorübergehend erhöhen, zum Beispiel akute Entzündungen wie Harnwegsinfekte.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Michael Spannagl, Labor für Immungenetik und molekulare Diagnostik, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München



Bildnachweis: W&B/Bert Bostelmann
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